Ziegenhainer Salatkirmes

Die Entstehung der Salatkirmes

In die Zeit der leutseligen Hofhaltung des Landgrafen Karl im Schloss von Ziegenhain fällt die Entstehung der Ziegenhainer Salatkirmes. Der Landgraf wollte sie Bauern für den Anbau von Kartoffeln gewinnen, vorher war noch Hirse eines der Hauptnahrungsmittel, und er lud die Schwälmer Bauern nach Ziegenhain ein. Es wurden Kartoffeln und Salat gereicht und man trank Bier dabei. Wenn auch die Bauern von den Kartoffeln noch nicht begeistert waren, so schmeckte ihnen der Salat doch ausgezeichnet, und sie ließen sich auch für den Kartoffelanbau gewinnen.

Zur Erinnerung an das fröhliche Salatessen im Jahre 1728 feiert man jedes Jahr zwei Wochen nach Pfingsten die Salatkirmes. Die Bevölkerung der Schwalm traf sich in Ziegenhain mit Verwandten, Freunden und Bekannten. Da die Schwälmer nicht nur feste arbeiten, sondern auch Feste feiern konnten, entstand ein wahres Volksfest.

NichGeisbockt nur ein Ziegenhainer Fest, sondern „das Fest der Schwalm“, welches die Verbundenheit von Stadt und Land immer ausdrückte. Diese Verbundenheit hat die Landgrafschaft, das Kurfürstentum, das Kaiserreich, die Weimarer Republik und die Diktatur überdauert.

In einer friedlichen Zeit des Aufbaues, zwischen dem Dreißigjährigen und dem Siebenjährigen Krieg entstanden, hat die Ziegenhainer Salatkirmes durch gute und schlechte Zeiten hindurch Tradition gewonnen. Auch nach dem Zusammenbruch von 1945 fand man sich in Ziegenhain, kaum aus der Gefangenschaft zurückgekehrt oder als Vertriebener neu in der Schwalm angesiedelt, beim frohen Fest zusammen, um in alter und neue Verbundenheit zu feiern.